Trainingslager Rotenburg a.d. Fulda 2011 in der Rückschau

Die Zeitlupe verrät alles

 

Das 3. Guxhagener Leichathletik Trainingslager vom 29. April bis 1. Mai 2011 südlich entlang der Fulda setzte in vielerlei Hinsicht einen deutlichen Schwerpunkt auf Technik: Standen während der Trainingseinheiten die Bewegungsabläufe im Mittelpunkt, so bot die allabendliche Videoanalyse für jeden die Chance, einmal selbst das eigene Können zu betrachten. Ein Novum, das für Begeisterung und viel Erkenntnis sorgte.

Die Sportanlage der Georg-Hollender Kampfbahn in Rotenburg a.d. Fulda war erst kürzlich mit einem neuen Belag überzogen worden. Das sah man und das spürte man. Zwar färbte der Belag nicht ab, dafür aber um so mehr der frische Geist, den die Bahn nun ausstrahlte.

Der Guxhagener Fördergruppe, bereits ausreichend erprobt auf fremden Bahnen zu sporten, fiel es somit nicht schwer, nach Ankunft am Freitagmorgen sich die Trainingsstätte für die kommenden drei Tage schnell zu eigen zu machen. Noch bevor die Zimmer in der nahen Jugendherberge fürs Nachtlager bezogen werden konnten, waren unsere Aktiven im Sprint- und Mittelstreckentraining gefordert.

Hier wartete schon das erste Highlight. Erst skeptisch beäugt, erlangte der fürs Lauftraining angeschaffte Springschirm nach einigen Versuchen zügig große Beliebtheit. Optisch recht professionell aussehend, drängelten sich am Ende alle um den Bremsballon, der um den Bauch geschnallt, jeden Läufer und jede Läuferin krafttechnisch herausforderte. Gegenwind willkommen.

Lauftraining im Laufparcours

 

 

 

Auch in anderer Hinsicht gab es anzugehende Herausforderungen. Der an beiden Nachmittagen aufgebaute Laufparcours auf der grünen Sportwiese musste von allen einmal in den verschiedensten Laufarten durchquert werden. Hinsichtlich der Koordination von Bein- und Armbewegungen offenbarte sich dabei für viele ein erstaunlicher Zusammenhang. Die dafür neu angeschafften Materialen, eingangs noch belächelt, entpuppten sich als ideale Hilfe. So merkte manch einer kaum, welch koordinative Grundübungen hier eingeübt wurden und freute sich stattdessen zurecht mehr über das nasse Gras unter den nackten Füßen. Angenehme sommerliche Temperaturen umrahmten denn auch das bunte Treiben auf der Laufbahn.

Viel Zeit und intensives Üben wurde zudem dem Wurftraining gewidmet. Waren Speer, Ball und Kugel für die Mehrheit längst ein alter Hut, stand mit Diskuswerfen eine neue Disziplin auf dem Trainingsplan. Mit viel Fingerspitzengefühl und Drehmoment machte man sich mit dem neuen Wurfgeschoss vertraut. Einige schlossen Freundschaft, andere verschoben ihre Entscheidung, ob Freund oder Feind, auf ein zweites Treffen. Fakt ist allerdings auch, dass in den von Guxhagen besuchten regionalen Wettkämpfen nur selten und mit überschaubarer Teilnehmerzahl Diskuswerfen angeboten wird. Eine Lücke, die Guxhagen doch eigentlich schließen könnte?

 

Vor, zurück und dann noch mal in Zeitlupe

 

 

Highlight eines jeden Abends war die Videoanalyse der Übungen vom Tag zuvor. Mit einem Beamer auf die große weiße Wand im Aufenthaltsraum der Jugendherberge projiziert, konnten Bewegungsabläufe in Zeitlupe erneut und in aller Ruhe betrachtet werden. Parallel dazu hatten die Trainer Videosequenzen verschiedener internationaler Wettkampfathleten mitgebracht. Der Vergleich zwischen den Spitzensportlern und unseren Hollywoodgrößen: viel geringer als befürchtet.

Um nicht aus dem Schulrhythmus zu kommen, gipfelte das Trainingslager erstmalig in einem Abschlusstest, der am Ende jedoch nur Erkenntnisgewinner brachte. Noten gab es freilich keine. Und doch könnte man zumindest eine Note vergeben, dann aber allen und natürlich eine Eins - für ein rundum gelungenes Trainingslager. Wie sollte es auch anders sein.